Die Rekordhitzewelle in der zweiten Junihälfte 2026 hat auch am IMUK neue Temperaturhöchstwerte gebracht (Abb. 1). Zum Höhepunkt der Hitzewelle am Samstag, den 27.06.2026, wurde auf dem Messfeld in Herrenhausen die höchste jemals gemessene Tagesmitteltemperatur registriert: Mit 33,01 °C übertraf sie den bisherigen Rekord aus dem Jahr 2019 um fast 2 K. In Ruthe wurde am selben Tag erstmals eine Mitteltemperatur von über 30 °C beobachtet.
An diesem Wochenende traten in Herrenhausen zudem zwei Tropennächte auf. In der Nacht von Freitag auf Samstag sank die Lufttemperatur nur auf 25,64 °C – der höchste jemals am IMUK gemessene Tagesminimalwert. Diese außergewöhnlich warme Nacht trug maßgeblich dazu bei, dass am Folgetag auch die Tagesmitteltemperatur ihren Rekordwert erreichte.
Die folgende Tabelle zeigt, wie sich diese Hitzewelle in die Langzeitmessungen in Hannover-Herrenhausen einordnet.
| # | Tagesmaximaltemperatur (Tmax) | Tagesmitteltemperatur (Tmean) | Tagesminimaltemperatur (Tmin) |
|---|---|---|---|
| 1. | 40,44 °C (20.07.2022) | 33,01 °C (27.06.2026) | 25,64 °C (27.06.2026) |
| 2. | 39,58 °C (25.07.2019) | 31,16 °C (25.07.2019) | 23,67 °C (11.07.2010) |
| 3. | 39,36 °C (27.06.2026) | 30,40 °C (20.07.2022) | 22,99 °C (28.06.2026) |
Es zeigt sich außerdem eine ausgeprägte städtische Wärmeinsel (Abb. 2). Der Begriff städtische Wärmeinsel (engl. Urban Heat Island, UHI) beschreibt das Phänomen erhöhter Temperaturen in der Stadt gegenüber dem ländlichen Umland. Die UHI ist vor allem nachts unter windschwachen und klaren Bedingungen ausgeprägt. Dies wird umso deutlicher, wenn man die Daten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) aus Hannover hinzuzieht: So traten zwischen den urbanen Stationen (Herrenhausen und Weidendamm) und den ruralen Stationen (Ruthe und Langenhagen) zeitweise Temperaturunterschiede von bis zu 5 K auf.
Doch auch innerhalb der Stadt bestehen große Unterschiede in der bodennahen Lufttemperatur. Messungen des wachsenden Messnetzes LUMOS vom IMUK zeigen eine große Variabilität zwischen den Messstandorten (Abb. 3). Entscheidende Faktoren sind unter anderem: Versiegelung bzw. Oberflächeneigenschaften der Umgebung, Verdunstungskühle durch Wasserflächen und Vegetation sowie das Durchmischungspotenzial.
Diese beispiellose Hitzewelle zeigt, was Studien schon längst belegen: Die Intensität und Häufigkeit von Hitzewellen nehmen im Zuge des Klimawandels stetig zu. Die klimatologischen Veränderungen durch die globale Erwärmung sind auch in den Messdaten aus Hannover-Herrenhausen erkennbar (Abb. 4).