Gewitterzelle über Hannover

Am Abend des 13. Juli 2026 zog eine kräftige Gewitterzelle über die Region Hannover – das LUMOS-Messnetz war live dabei.

Hier klicken für die Darstellung der LUMOS Messdaten.

Am Abend des 13. Juli 2026 erreichte eine gut organisierte Gewitterzelle aus nördlicher Richtung die Region Hannover. Zwischen 19 und 21 UTC (21–23 Uhr MESZ) zog sie über Teile der Wedemark hinweg und erfasste anschließend den Norden der Landeshauptstadt. Dabei fielen innerhalb kurzer Zeit große Niederschlagsmengen, begleitet von Hagelfall und kräftigen Windböen. Lokal kam es zu leichten Überschwemmungen.

Die Messdaten des LUMOS-Netzes zeigen sehr anschaulich, wie kleinräumig solche Ereignisse ablaufen: Während einzelne Stationen erhebliche Regenmengen registrierten, blieb es nur wenige Kilometer entfernt nahezu trocken. Ebenso deutlich ist der markante Temperatursturz beim Durchzug der Zelle – ein typisches Signal für den Kaltluftausfluss (Cold Pool) unter einer hochreichenden Konvektionszelle. Die Struktur der Zelle und die Begleiterscheinungen sprechen für eine gut organisierte Konvektion; das Auftreten eines Mesozyklons ist anhand von Radardaten wahrscheinlich.

Interessant ist auch die Vorhersagesituation: Am Morgen wurde die Unwettergefahr vom DWD noch vergleichsweise gering (aber nicht ausgeschlossen) eingeschätzt, da eine Vielzahl von großskaligen Wettermodellen die Gewitterlage zurückhaltend bewertete. Das hoch aufgelöste ICON-D2 erfasste im weiteren Tagesverlauf das Potenzial für kräftige Gewitter – ein gutes Beispiel dafür, wie stark die Modellauflösung bei konvektiven Lagen ins Gewicht fällt.

Ereignisse wie dieses zeigen den Mehrwert eines dichten, wachsenden Stadt- und Umlandmessnetzes: LUMOS liefert genau dort hochaufgelöste Daten, wo Gewitter ihre größte Variabilität entfalten – auf wenigen Kilometern.

Videoaufnahmen von Stormchasern zeigen das Ausmaß der Gewitterzelle.